Wir befinden uns in Mannheim, Quadrat Q7, irgendwann 2004 oder 2005. Ganz banal … Ich wollte nur den Müll vor die Tür bringen. Dabei einen kurzen Blick auf die Straße zu werfen, lässt sich gar nicht vermeiden, wenn man nur ein klitzekleines bisschen neugierig ist …

Und dann steht da ein Nobelwagen. Nicht wie sonst an der Ampel, sondern etwa fünf Meter vor der Stop-Linie am gegenüberliegenden Straßenrand. Und ein Chauffeur eilt auf dem Gehsteig herbei. Neugierig geworden bleibe ich stehen. Die ersten Vermutungen stehen Schlange: Das ist ein betuchter Kunde des “Da Gianni”, des Nobel-Italieners, der gleich um die Ecke liegt. Ich bin gespannt, wer könnte es sein? Und dann verdunkelt sich die Straße auf einmal merklich, so dass ich aufschaue, um zu sehen, was die Ursache sein mag.

Nun kann sicherlich jedermann bestätigen, dass Helmut Kohl weder klein gewachsen, noch zierlich ist. Um es auf den Punkt zu bringen: Kohl ist ein Hüne. Aber bei aller Körperfülle: Das reicht auf keinen Fall um den nach Süden gehenden Straßenausgang auf den Ring zu verdunkeln. Wäre da nicht noch etwas anderes um diesen Kohl. So etwas wie ein riesiger Schatten, mindestens dreifach, aber eher noch größer als der Schatten, den er normalerweise werfen würde. Wenn überhaupt Sonne gewesen wäre an dem Tag, aber nein, null, nada, niente. Verhangen wie die Miene des Altkanzlers war auch der Himmel. Nein, falsch, seine Miene musste noch verhangener sein. Wie sonst sollte er mit seiner Ausstrahlung seine Umgebung so verdunkeln?

Kohl bewegte sich etwas schwerfällig auf die offen gehaltene Tür zu und verschwand im Fond. Wurde es tatsächlich heller, als die Tür sich schloss? Ich weiß es nicht. Ich war aber nachdenklich geworden. So viel Schatten …

Jahre später dann, gestern, fiel mir die Begegnung wieder ein. Und noch etwas: Hannelore Kohls Lichtallergie! Jetzt müsste man diese beiden Dinge nur noch irgendwie in Beziehung zu einander setzen und das ganze dann fundiert wissenschaftlich nachweisen … Hier endet der Eintrag abrupt.