Der “Spiegel Online” kommentiert nach dem Ende der Präsidentschaftswahl: “Mit Hängen und Würgen hat die Koalition ihren Kandidaten ins Schloss Bellevue gehievt. Wenn Angela Merkel jetzt nicht mutiger wird, markiert Wulffs Wackelwahl den Anfang vom Ende ihrer Kanzlerschaft.” (Kanzlerins Katerfrühstück)
Da lach ich doch: “Ende der Kanzlerschaft”. Angela Merkel hat grad erst angefangen – mit dem Aussitzen. Vier Wochen nach der Wahl wirkt die Position der Kanzlerin zementierter denn je. Warum? Weil sie in der Sommerpause ist und die Medien kaum mehr was berichten. Selbst ihr Erscheinen in Bayreuth wird nur kurz gestreift. Als hätte IRGENDWER den medialen Maulkorb ausgepackt. War das jetzt wirklich mutig? Nein, nein, lieber “Spiegel Online”, politischer Alltag funktioniert nur in Ausnahmefällen mit Mut. Das Aussitzen kommt allerdings nicht immer so elegant rüber wie beim Abtauchen in die Sommerpause …
Aber solche Winkelzüge hat die Angela von Helmut, ihrem Ziehvater, bestimmt am allerbesten gelernt. Und zwischen Kohl und Merkels Kanzlerschaft hat Roland Koch noch ein paar Extra-Lektionen im gleichen Fach eingeschoben. Da kann nichts mehr schief gehen.