Umfragen? Nur noch gegen angemessene Bezahlung
Hallo zusammen,
also apropos Umfragen, ne: Ich hatte am Freitag wieder so nen Typen in der Leitung:„JaschönengutenTagwirführengeradeeineUmfragedurchzumThema- BeziehungMenschundTier“– schnauf – „HabenSievielleichtetwaeineMinuteZeitessindnurdreiFragen?“ – schnauf und wart. Ich hatte den Sermon sogar verstanden. Aber ich sagte nichts Böses, nenee, sondern: „Ok, mach ich mit.“ Die Leitung atmet Freude. „Und was bezahlen Sie mir dafür?“ Das typische Hörer-Aus-Der-Hand-Fall-Schweigen - erstmal Ruhe. Er kommt langsam wieder zu sich: „Äh, eine Bezahlung ist nicht vorgesehen, ich weiß ja nicht, wo Sie sonst interviewen, äh sich interviewen lass …“ Er merkt den logischen Hopser und verstummt, fängt neu an. „Also wir können Ihnen, äh, nichts dafür bezahlen.“
Das ist wohl die häufigste Antwort, wenn Sie bei den Interviewern mal nach Kohle fragen. Vielleicht gibt’s in der Fußgängerzone mal drei Euro für eine verplemperte Viertelstunde vor einem Fragebogen mit drei, vier Antworten pro Frage zur Auswahl – da hab ich mal mitgemacht, ich gesteh’s. Warum? Nicht weil ich mal kurz minimal wichtig sein wollte, sondern weil ich grad Zeit hatte und außerdem einfach neugierig war: Wie sieht’s da oben aus, bei den Interviewern und vor allem: Welches Unternehmen steht hinter der Umfrage? Aber das durften die mir natürlich nicht sagen. Irgendein Automobilhersteller muss zwar es gewesen sein, aber was kann ich mit DER Info schon anfangen …
Aber worum’s mir eigentlich geht: Im Grunde ist es völlig irrwitzig dem oder den Typen völlig freiwillig und dazu noch völlig KOSTENLOS ein Interview zu geben. Denn alle Beteiligten verdienen sich doch dumm und dämlich daran. Bis auf den Interviewten natürlich. Da wäre erst einmal das Marketing-Unternehmen, das von den Unternehmen bezahlt wird und zu guter Letzt natürlich die Unternehmen selbst, die dank jeder einzelnen Antwort im Stande sind, manchmal vielleicht sogar ihre Produkte, aber eher noch ihre Werbekampagnen so zu optimieren, dass unbescholtene Bürger ihnen besser auf den Leim gehen. Was sie wiederum einen Haufen Kohle an uns verdienen lässt, weil wir Ihnen die Produkte ja auch noch abkaufen! Also ne, Leute, ich geb nie wieder so ’nem Fritzen am Telefon oder in der Fußgängerzone oder sonstwo ein Interview, außer ich werde angemessen bezahlt. Und was angemessen ist, darf ich natürlich selbst entscheiden, wenn es so weit ist.
Ihr könnt euch denken, dass das Interview mit dem Telefonisten nicht zustande kam. Erstens wollte er, wie gesagt, nichts dafür bezahlen und zweitens das Gespräch auch noch mitschneiden (Immerhin hat er gefragt, ob er das darf.). Das Fazit von der G’schicht’: Schluss mit kostenlosen Interviews! Interviewte aller Länder, vereinigt Euch und verlangt Geld für die Teilnahme an Umfragen!
Das ist eine ganz normale Dienstleistung.
Euer Udo
Ja! Du hast recht! Auf diesen Gedanken bin ich bisher noch gar nicht gekommen. Werde ich gleich mal anwenden, die Udo-Methode. Weil, und da bin ich mir ganz sicher, heute Punkt 2 Minuten vor 12, wenn jede normale Hausfrau in der Küche steht und kocht, klingelt das Telefon und eine zuckersüssem, gut geschulte Stimme will irgendsoeine völlig unnötige Umfrage mit mir machen.
Weihnachtsgruss aus der Schweiz.
Ich praktiziere dies auch schon seit längerer Zeit. Funktioniert prima. Meist kommt dann aber doch noch eine Frage wie z.B. “Nur noch ganz kurz, wie viele Personen zählt Ihr Haushalt?”, oder “Wie alt sind Sie?”. Darauf gibt’s nur eine konsequente Antwort: “Wieviel bezahlen Sie mir für die Antwort?”
Hallo Domas,
ja, der Elan der unterbezahlten Umfrager verstummt schnell, wenn man nach der Kohle fragt. Noch reagieren viele überrascht, wenn das Antwort-Objekt, zu dem sie einen degradieren plötzlich mündig wird, aber das wird sich sicher nach und nach ändern, hehe. Denn einer gefühlten Statistik zufolge, werden der Verweigerer immer mehr ;-).
Udo