Der „Mannheimer Morgen“ macht mit

Was ist von einer Zeitung zu halten, die am Montag schreibt, dass die Schweinegrippe gefährlich werden könnte, sobald die zweite Welle kommt (wann war eigentlich die erste „Welle“?), die am Dienstag vom Beginn der zweiten Welle schreibt und am Mittwoch dann von einem „Ansturm“ auf die Impfstellen (In ganz Düsseldorf – eine Großstadt mit rund 580.000 Einwohnern – gingen 1.000 Menschen zum Impfen – welch ein Ansturm!). Am heutigen Donnerstag taucht das Thema überhaupt nicht mehr auf im Provinzblättchen „Mannheimer Morgen“.

Und was ist wirklich davon zu halten? Nun, zumindest unterstützt die Zeitung mit dieser Berichterstattung die Pharmaindustrie voll und ganz beim Ängsteschüren in der Drei-Tages-Welle (Und wie stümperhaft auffällig der Versuch von „Du-Weißt-schon-Wem“ ist, die Angstspirale um eine Windung höher zu schrauben!). Ob der „MM“ das nun reflektiert oder unreflektiert macht? Ziemlich sicher: Er spielt das Pharma-Spiel gedankenlos mit. Was ich in dem Fall für sogar noch schlimmer halte als Geldkoffer-Berichterstattung zu Gunsten von GlaxoSmithKline – da hätte die Region vielleicht noch was davon. Ein Armutszeugnis ist’s aber auf jeden Fall. Warum tu ich mir den MM-Müll eigentlich noch an?

„1984 Marke Eigenbau“ oder „Orwell war ein Waisenknabe“

„Wie? Sie haben keinen Fernseher? Und was tun Sie abends?“ Nicht einer, der so fragt, sondern viele, ganz, ganz viele. Oder nebenan das Haus: Der Putz ist noch nicht dran, innen alles noch roh, grad mal der Ausbau begonnen unterm Dach. Nur Strom war schon drin – und als nächstes gleich die Sat-Antenne. So läuft der Hase – in die Sackgasse …

Das Unglaubliche: Niemand zwingt die Leute dazu. Sie machen es alle freiwillig, bezahlen auch noch alles selbst – inklusive des möglichst großen Flachbildschirms – erst den normalen, dann muss es ein HD-ready sein und am HDTV kommt ja eh keiner vorbei. Man gönnt sich ja sonst nichts! Und noch viel schlimmer: Sie schalten jeden Abend ein und lassen sich ihrer Selbständigkeit berauben. Abend für Abend, Tropfen für Tropfen: Kanzlerduell – wichtig, Fußballduell –noch wichtiger, irgendwann zappen um die Wette – unvermeidlich. Auch wenn’s am Ende immer nur einen Verlierer gibt: den Zuschauer selber.

Ja, wenn es wäre wie bei Orwell, dann wäre alles viel leichter. Wir würden uns alle wehren. Denn es wäre so einfach, gegen die orwell‘ schen Unterdrücker zu sein. Denn sie sind ja so offensichtlich böse. Aber Orwell war ein Waisenknäblein und hat die viel subtileren Methoden der heutigen Fernsehmacher nicht mal ansatzweise vorausgesehen. Und so fein gewoben ist dieses Fernsehnetz der Abhängigkeit, dass es fast so aussieht, als wär‘s eine natürliche Entwicklung.

Aber sag das mal ‘nem chronischen Fernsehgucker …

Mein Spruch des Tages

Wer die anderen für dumm verkauft, ist im Endeffekt immer der Gelackmeierte. Er pinkelt sich dabei nur selbst ans Bein.

Das kann man nicht oft genug sagen ….

Stell Dir vor es ist Wahl und keiner geht hin …

Na, warum denn auch?

„Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten.“ (Rosa Luxemburg wird der Spruch nachgesagt, fälschlicherweise – scheint’s – auch Kurt Tucholsky)

Auf intensiver Suche nach Inhalten, werden Parteien und Presse in den tiefsten Winkeln der Sommerlöcher fündig. Der ollen Ulla sei Dank, zu Guttenberg sei Dank – Affärchen, die sich so richtig aufblasen lassen, bis sie dick über den Rand der Löcher hinausragen. Aber es reicht ein Gedankenpieks … denn von echten Inhalten sind diese Füllmittel weit enfernt – das Guarkernmehl der deutschen Politik – Gemüse oder gar Fleischbrocken werden Sie in dieser Politsuppe vergebens suchen. Salz und Pfeffer schon längst nicht.

Das Motto der Regierenden lautet, wie’s scheint: „Wir verwalten alles so als wär’s bestens, bis die ganze Chose zusammenkracht.“ Wenn man das sieht, dann kann man nur wünschen, dass es bald passiert und die Hängepartie endlich vorbei ist. Aber warum um alles in der Welt soll man sich um diese Politclowns auch nur einen Deut scheren? Wir haben ja eh schon kaum noch Haare auf dem Kopf. Früher lagen die letzten Haare vom Kopf in den KZs, heute liegen sie bei den Banken … Nur damit sich dieses erschöpfte Karussel weiter drehen kann und ein paar Wasweißichwasdassind ihre Profite abschöpfen können.

Warum überträgt man solchen Leuten die Verantwortung und behält sie nicht für sich … völlig schleierhaft ist mir das.

Ein Depp findet sich schon …

Herr Stuttmann trifft mal wieder den Nagel auf den Kopf:
http://www.stuttmann-karikaturen.de/archivseq.php?id=3235

Cartoon – die Schweinegrippe kommt

… wenn das Virus mutiert!

Wie groß muss das Gottvertrauen des Vatikans doch sein …

Das Christentum ist ja so eine friedliche Religion, nur die anderen, die sind’s nicht. Könnte ja auch sein, dass vatikanisches Geld bei der Herstellung der Waffen beteiligt ist, weiß man’s?
http://religion.orf.at/tv/news2/ne00913_aktien.htm

http://www.bild.de/BILD/news/kolumnen/2008/vatikan-englisch/12/04/gendarmen-und-schweizergardisten-tragen-wieder-waffen.html

Bischof Lehmann beim Zündeln erwischt!

Wollen Sie wissen, was Zündstoff ist? Der Mainzer Bischof Karl Lehmann entpuppt sich als Zeitbombe, aber nicht mit Bombengürtel, nein, nein. Der darf so Zündschnüre ungehindert legen, ohne dass ein Aufschrei durch den diskursbereiten deutschen Bevölkerungsteil geht. Liegt das vielleicht an der Bedeutung, die der real existierenden Kirche in Deutschland zugemessen wird? …

Der verbale Amok im O-Ton: „Es wäre geradezu paradox, wenn der interreligiöse Dialog sich um alles kümmern würde, aber nicht um die Suche nach Wahrheit und die Erfüllung dieses Suchens in ein EINER [Hervorhebung des Autors] konkreten Religion.“ So gelesen in einer dpa-Meldung vom 15. Juli 2009.

Also ich versteh das so: Nur eine einzige Religion kann die Wahre sein. Wenn Sie mich fragen: Lehmann meint nicht die muslimische und auch nicht die jüdische Religion und auch sonst keine außer der eigenen. Mit Sicherheit auch keine neue, übergeordnete Religion, die alle unter einem Dach vereinen würde. Und da soll der interreligiöse Dialog also hinführen – zur erzkatholischen Welt …

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